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Hamsterverhalten - und wie wir damit umgehen Ein ganz wichtiger Punkt bei der Tierhaltung ist das Verstehen seines Haustieres, denn nur durch den richtigen und respektvollen Umgang mit seinem tierischen "Kumpel" können spätere Probleme wie Bissigkeit, Scheuheit und extreme Zerstörungswut vermieden werden. Ein artgerechtes Heim bildet dabei die Basis, denn der Hamster soll sich wohl und sicher fühlen. Wir Menschen müssen uns im Umgang mit Hamstern einige Regeln merken: - Ein frisch eingezogener Hamster benötigt die erste Zeit viel Ruhe, damit er sich einleben kann. D.h. es wird erst einmal nur gefüttert und gut zugesprochen, später Futter aus der Hand geboten. Der Hamster bestimmt den Zeitpunkt, wann man mit der Handzähmung beginnen kann, also erst, wenn er ohne Scheu zu einem kommt und aus der Hand frisst. - Den Hamster niemals tagsüber wecken! Ein nachtaktives Tier am Schlaf zu hindern, verkürzt nämlich sein Leben, weil es gestresst wird. Ausnahmen sind mehrmalige Medikamentengabe am Tag, oder ein dringender Tierarztbesuch. - Körperkontakt suchen Hamster nur dann auf, wenn sie Vertrauen zu ihrem Menschen haben. Trotzdem ist es kein Tier, welches gerne über Minuten gestreichelt werden mag. Das sollte der Mensch respektieren. - Sehr scheue Tiere sollten nicht mit der Hand gefasst werden. Zum Umsetzen oder Einfangen kann man einen Messbecher, ein Glas oder ähnliches Behältnis, in das der Hamster passt, nehmen. Das dient nicht nur zum Schutz vor Bissen, sondern "schützt" den Hamster auch vor unseren Händen. Ein Gesundheitscheck mit Wiegen wird so oft erst möglich. - Man reicht den Hamster niemals durch viele Hände gleichzeitig. Der Hamster kann sehr gut "seine" und andere Menschen unterscheiden. Wird er von vielen Fremden rumgereicht und angefasst, kann er verängstigt werden und zubeißen. - Letztendlich hat jeder Hamster seinen eigenen Charakter, den es zu akzeptieren gilt.
Verhaltensweisen des Hamsters
Jeden Abend, kurz nach dem Aufstehen, können wir beobachten, wie sich der Hamster putzt. Das Fell wird geordnet, die vom Schlaf nach hinten geklappten Öhrchen aufgestellt und durch Kratzen an der Flanke die Duftdrüsen aktiviert.
Die Duftdrüsen zeichnen sich als dunkel pigmentiere Stellen an den Flanken des Hamsters ab. Damit streichen sie an Gegenständen in ihrem Revier entlang:
Der verteilte Duft ist für uns Menschen nicht wahrnehmbar, dem Hamster dienen sie zur Orientierung. Zwerghamster haben übrigens nur eine Duftdrüse am Bauch und machen daher keine lustigen Schlenker. Ebenfalls häufig gesehen wird das "Männchenmachen":
Der Hamster macht Männchen, weil er etwas besser Erschnüffeln oder Hören möchte. Sehen kann der Hamster von einem erhöhten Standpunkt aus nicht besser, da er ohnehin sehr schlechte Augen hat. Graben ist DAS typische Hamsterverhalten schlechthin! Als geborener Wühler gelingt es ihm in kurzer Zeit, sein Gehege komplett umzugestalten. Wo man gerade noch frisch die Streu verteilt und platt geklopft hat, ist bald eine Mondlandschaft, oder die Streu zu einem Hügel getürmt.
Laute äußert der Hamster selten, dann aber meistens vor Schreck oder aus Angst (Kreischen, Quietschen). Fauchen ist ein Drohlaut. Paarungsbereite Hamster fangen an zu fiepen, ebenso auch Jungtiere im Nest. Erkundet der Hamster eine ihm neue Umgebung, macht er sich flach und schleicht langsam herum, immer auf Flucht vorbereitet. Wird er erschreckt, kann er sehr schnell in die Luft springen und in Sicherheit rennen. Bläst der Hamster die Backentaschen auf und zeigt die Zähne, bzw. mahlt laut mit den Zähnen, ist er sehr verärgert und man sollte ihn besser in Ruhe lassen. Auf diese letzte Drohung folgt in der Regel nämlich ein Biss.
Devil wurde von mir versehendlich geweckt und war sehr böse auf mich!
unerwünschtes Verhalten - oft kaum verwunderlich... Die meiner Meinung nach häufigste Frage in einem Hamsterforum lautet: "Warum knabbert mein Hamster am Gitter vom Käfig?"
Dieses Verhalten tritt fast nur in zu kleinen, langweilig eingerichteten Käfigen auf. Die Hamster sind aufgrund des Bewegungsmangels nicht ausgelastet und suchen sich eine Ersatzbeschäftigung. Das Nagen am Käfig oder der Einrichtung hat auf die aufgedrehten Tiere einen selbst beruhigenden Effekt. Ähnliches Verhalten hat man z.B. bei Zwingerhunden sehen, die in jeder Reizlage an den Zwingerwänden hochspringen und sich dabei drehen (sog. "Zwingerkoller"). Der Fachbegriff dafür nennt sich "Stereotypie". Natürlich könnte man hier auch behaupten, der Hamster wolle einfach nur aus dem Knast raus, doch dann würde dieses Verhalten nicht einfach enden, sobald man den Tieren mehr Platz und abwechslungsreichere Einrichtung anbietet. Nur in seltenen Fällen behalten Hamster diesen "Tick" nach dem Umzug in ein artgerechtes Heim bis zum Ableben bei. Das Gitternagen kann aber auch auftreten, wenn ein paarungsbereiter Partner in der Nähe ist. Eines meiner Weibchen war solange Gitternagerin, wie sie in der Nähe eines Männchens stand. Nachdem ich sie in einen anderen Raum umquartiert hatte, hörte das Nagen auf. Da Weibchen etwa alle vier Tage paarungsbereit sind, ist die dauerhafte Nähe zu Männchen für sie sehr stressig. Das ist etwas, was also nicht nur Züchter bedenken sollten, wenn sie beide Geschlechter einer Hamsterart halten. Eine ebenfalls sehr lautstarke, wenn auch lustig anzusehende "Macke" ist das Hamstern von Futter im Laufrad:
Während der Hamster seine Runden dreht, wird das Futter mitgerissen. Meistens stört die auf ihn einprasselnde Nahrung den Hamster ebenso sehr wie den verzweifelt um Schlaf kämpfenden Menschen - also warum machen manche Hamster das? Wahrscheinlich fühlen sich einige Exemplare einfach nur wohl und sicher in ihrem Laufrad. Dann wird es gerne als Futterlager, Schlafplatz und Klo gleichzeitig genutzt. Abgewöhnen lässt sich diese Angewohnheit nur schwer und man muss unbedingt früh beginnen und hartnäckig bleiben: Sobald Körner im Laufrad rotieren, kippt man es aus (bitte nicht den Hamster mit auskippen!) und platziert es wieder am gewohnten Ort. Unterstützend kann man dem Hamster einen Teil seines Futters ins Häuschen geben. Mit Glück lernt er so, sein Futter dort zu bunkern. Die wohl am wenigsten erwünschte Verhaltensweise ist das Beissen.
Auf Kontakt mit Nagerzähnen verzichtet jeder Halter gern. Auch dafür gibt es einen Grund, nur ist er nicht leicht zu finden. Mögliche Ursachen sind: - Angst - Geruch von Futter, Parfüm oder einem Artgenossen an der Hand - Revierverteidigung - Unsicherer Umgang mit dem Tier - Stören des Hamsters in seiner Ruhephase - Schmerzen Wenn ein handzahmer Hamster plötzlich bissig wird, kann es sein, dass er krank ist und Schmerzen hat. Dann ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen! In allen anderen Fällen lässt man dem Tier erst einmal seine Ruhe und versucht, es während seiner Wachzeit mit Futter zu bestechen. Ihr Revier verteidigende Hamster hebt man vor dem Anfassen mit einer tiefen Schale oder kleinen Eimer aus dem Gehege.
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