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Artgerechte Hamsterhaltung 

Schnellverweise:

Entscheidung zur Hamsterhaltung

Woher den Hamster holen?

Männchen oder Weibchen?

Geschlechter sicher unterscheiden!

Einen, oder zwei Hamster?

Das Hamsterheim

Die richtige Einrichtung

Auslauf

Unsinnige Dinge für den Hamster

 

 

Entscheidung zur Hamsterhaltung

Hamster sind nur sehr kurzlebig. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 1,5 - 3 Jahren und die Entwicklung von Tumoren, Entzündungen und Immunschwächekrankheiten sind bei älteren Tieren nicht selten. Diese Punkte sollten vor der Anschaffung bedacht werden.

Hamster kosten auch Geld, besonders die Erstanschaffung für ein Gehege und tierfreundliches Zubehör kann sehr kostenintensiv sein. Nicht unterschätzen sollte man auch eventuell anfallende Tierarztkosten.

Der Pflegeaufwand ist gering und beschäftigen kann sich der Hamster gut allein. Als Beobachtungstier ist der Hamster nicht für Menschen geeignet, die ihr Tier unbedingt streicheln möchten.

Für kleine Kinder eignet sich ein Hamster kaum, da es sich wenig mit ihm beschäftigen kann und er meist dann aktiv wird, wenn das Kind ins Bett muss. Die Kurzlebigkeit sehe ich hier weniger als Problem an, da Kinder oft schnell das Interesse an diesem Tier verlieren und sich dann nicht mehr drum kümmern wollen. Die Arbeit mit der Fütterung und Reinigung bleibt also an den Eltern hängen.

Als zukünftiger Tierhalter ist man verpflichtet, sich über die Grundbedürfnisse, die richtige Haltung und Ernährung und eventuelle Krankheiten seines neuen Bewohners genau zu informieren, und zwar aus möglichst vielen Quellen. Man muss immer bedenken, dass auch die kleinsten Tiere Wünsche und Gefühle haben und unter schlechten Lebensbedingungen sehr leiden. Ein Tier nur deshalb zu kaufen, weil man es niedlich findet und lieb haben möchte, reicht zur guten Haltung nicht aus!

Wer diese Punkte bedenkt, und das natürliche Verhalten eines Hamsters hautnah erleben und beobachten möchte, der hat die richtigen Anlagen zu einem guten Hamsterhalter.

 

Woher den Hamster holen?

Für mich ist die Hamsteranschaffung eine Gewissensfrage, denn in der Zoohandlung gekaufte Tiere sind oft Notfälle von morgen. Fast täglich lese ich in Foren für Hamsterhalter von trächtig gekauften Weibchen und der Frage, warum sich die ausgewachenen Goldhamster und Dsungaren im Käfig streiten. Zum Einen liegt es an mangelnder Geschlechtertrennung in den Verkaufsbehältern, zum Anderen aber auch an mangelhaft geschultem Personal. Zoohandlungen mit vorbildlicher Haltung, Beratung und einzeln gesetzten Hamstern oder zumindest korrekt getrennten Geschlechtern sind sehr rar und für den Laien, der noch einen großen Bedarf an Beratung hat, schwer erkennbar. Ich empfehle vor der Hamsteranschaffung ausführliches Sammeln von Informationen im Internet und Beratung mit anderen Haltern, die schon jahrelange Erfahrung haben. Dadurch ist das Risiko, Haltungsfehler zu machen, gemildert.

Wer noch keinerlei Erfahrung mit Hamstern gemacht hat, sollte sich bei einem guten Züchter, dem Tierschutz und Pflegestellen nach bereits handzahmen und "mackenlosen" Hamstern erkundigen. Falls es mit dem neuen Bewohner nämlich nicht klappt, nehmen diese Stellen ihre Tiere in der Regel wieder zurück.

Woran erkennt man einen guten Züchter?

Ein guter Züchter kann bei den Elterntieren einen Stammbaum aufweisen, züchtet also nicht mit Tieren unbekannter Herkunft. Der Züchter hält seine Tiere in hamstergerechten Gehegen und vermittelt auch nur in solche. Seinen Weibchen lässt er zwischen den Würfen eine Ruhezeit. Er kennt sich mit Genetik und den Farben der Tiere aus. Nicht mehr zuchttauglichen Tieren (z.B. zu alt) gibt er das Gnadenbrot. Sollte dem Züchter aufgrund mangelnder Nachfrage drohen, seine Jungtiere nicht los zu werden, legt er eine Zuchtpause ein, statt die Jungen an ein Zoogeschäft zu verkaufen. Zu guter Letzt züchtet der gute Züchter nicht des Geldes wegen, sondern weil er Gestalt, Gesundheit und Charakter "seiner" Hamsterart erhalten will. 

 

Männchen oder Weibchen?

Neulinge in der Hamsterhaltung fragen oft, für welches Geschlecht sie sich entscheiden sollen. Da jeder Hamster einen individuellen Charakter entwickelt, kann man pauschal nicht zu einem bestimmten Geschlecht raten. Meinen bisherigen Erfahrungen mit Goldhamstern nach sind die weiblichen Goldhamster sehr aktiv und neugierig. Ich konnte mich schnell mit ihnen anfreunden und sie in die Hand nehmen. Die Männchen dagegen sind sensibler, ruhiger, teilweise auch zurückhaltender und weniger zutraulich. Dafür randalierten sie selten in ihren Gehegen

Zum Geruch muss ich sagen, dass es bei Goldhamstern tatsächlich die Weibchen sind, die mehr riechen. Während der Paarungszeit (die ist etwa alle vier Tage) verströmen sie einen etwas strengeren Geruch, der aber nicht lange anhält. Deutlicher Uringeruch macht sich erst bei einer zu spät gereinigten Pipiecke bemerkbar.

Bei den Zwerghamstern sind es die Männchen, deren Urin mehr zu riechen ist. Zum Teil sind die Zwerge auch "Wildpinkler", d.h. sie haben keinen festgelegten Toilettenplatz und pinkeln überall hin. Da wird ein Wechsel der obersten Streuschicht öfter nötig sein.

"Randaleweib"?

Hamsterfans nennen weibliche Hamster dann "Randaleweib", wenn sie sich wirklich so benehmen, wie der Name sagt. Dem Randaleweib ist kein Gehege groß genug, kein Gitter zum Knabbern zu fern und mit dem Standpunkt ihrer Möbel ist es auch nie zufrieden. Man braucht schon starke Nerven und Lachmuskeln, um dem Treiben der hyperaktiv scheinenden Damen zusehen zu können.

Klopapierrolle, zwei Stunden nach der Gabe...

 

 Geschlechter sicher unterscheiden!

Da weder Größe, Farbe noch Felllänge eine hundertprozentige Sicherheit bei der Geschlechtsbestimmung geben, hilft nur ein rascher "Blick unter den Rock".

Das sichere Unterscheiden-Können ist unerlässlich, wenn man Nachwuchs im Alter von 4 Wochen trennen muss, oder ein angeblich gleichgeschlechtliches Paar erwirbt. Jungtiere sind schwieriger zu unterscheiden als erwachsene Tiere, da bei den Männchen die Hoden noch nicht so ausgeprägt sind.

Bei erwachsenen Goldhamstern sieht es wie folgt aus:

ausgewachsenes Männchen

ausgewachsenes Weibchen

Das Hinterteil des Männchens läuft spitz zu, beim Weibchen ist es runder. Außerdem zeigt das Männchen einen großen Abstand zwischen After und Geschlechtsöffnung auf, der beim Weibchen deutlich kleiner ausfällt.

Genau dieser Abstand ist es, den man bei Jungtieren schätzen muss. Hier ein Beispiel mit vier Wochen jungen Roborowski - Zwerghamstern:
Männchen Weibchen

Hat man aus Versehen ein Paar beider Geschlechter erworben oder ist bereits Nachwuchs vorhanden, sind die Eltern umgehend zu trennen. Schon kurze Zeit nach der Geburt der Jungen lässt sich das Weibchen nämlich erneut decken. Jeder Wurf ist für sie sehr Kräfte zehrend und mehrere Aufzuchten ohne Pausen hintereinander kann einen frühen Tod bedeuten .

 

Einen, oder zwei Hamster?

Jedem Hamsteranfänger rate ich davon ab, mehr als einen Hamster in seinem Gehege zu halten. Die Paarhaltung ist eine schwierige Sache und erfordert viel Wissen über das Verhalten der Hamsterart. Wer mit der Hamsterhaltung beginnt, sollte sich für einen Gold-/Teddyhamster, Dsungarischen Zwerghamster oder Chinesischen Streifenhamster entscheiden, da diese Arten allein leben wollen. Wer jedoch schon persönliche Erfahrungen im Umgang mit Dsungaren hatte, kann sich anschließend an einem gleichgeschlechtlichen Paar Campbells versuchen. Aufgrund des Diabetesrisikos und zunehmender Unverträglichkeit durch reine Schönheitszucht sind diese Hamster unbedingt bei einem guten Züchter oder zwerghamsterkundigen Pflegestelle zu beziehen.

Der Roborowski - Zwerghamster ist ein Fall für sich, da er einerseits überall als sozial und unzertrennlich dargestellt wird, es sehr oft aber von heute auf morgen Krach in der Gruppe gibt und ein Tier verletzt wird.  

Detaillierte Infos zur Paarhaltung und viele Bilder findet Ihr auf dieser Sonderseite: Kann man Hamster paarweise halten?

 

Das Hamsterheim

Der Hamster ist ein kleines Tier. Trotzdem ist die Rechnung "Kleines Tier = kleiner Käfig" nicht nur falsch, sondern wird den flinken und aktiven Hamstern nicht gerecht.

 Als Wühltiere benötigen sie viel Einstreu und zudem eine große Grundfläche zum Laufen. Der deutsche Tierschutzbund empfiehlt in seiner Broschüre "Mein Hamster" eine Grundfläche von 100 x 50 cm (=0,5 qm). Das ist als Mindestmaß anzusehen und man sollte einen Hamster niemals dauerhaft auf kleinerem Raum halten, eher sogar größer.

Ein hoher Käfig mit vielen Etagen ersetzt übrigens keine fehlende Grundfläche. Im Gegenteil. Dem Hamster wird sein Leben durch die Kletterei erschwert. Als Bodenbewohner mangelt es dem Hamster nämlich an Einschätzungsvermögen, was Höhe betrifft. Deshalb ist eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr durch Abstürze gegeben. Hohe Käfige sind daher ausschließlich für kletternde Nager wie Mäuse und Ratten geeignet.

Geeignet zur Unterbringung von Hamstern sind Käfige mit einem Gitterabstand von 0,5 cm. Ebenso kann man auch gebrauchte oder undichte Aquarien nutzen, die man mit in einen Rahmen gefasstem Gitter abdeckt. Etwas anspruchsvoller ist ein selbstgebautes Gehege aus beschichteten Spanplatten. Mein Beispiel in zwei Metern Länge sieht so aus:

Zu der 1,60 m langen Lauffläche kommen zusätzliche 40 cm für den Buddelbereich. Das darin lebende Goldhamsterweibchen nutzt die gesamte Fläche voll aus. Wem die Größe übertrieben erscheint, zeige ich gerne ein 1,40 m Terrarium im Vergleich zu einem handelsüblichen 40 x 30 cm Käfig:

Es ist unglaublich, dass noch immer Hamster in diese Miniknäste gesperrt werden, weil der Irrglaube besteht, sie hätten wenig Ansprüche. Stellen Sie sich vor, sie leben 24 Stunden am Tag auf nur 10 qm. Sie haben kaum Platz zum Laufen und das Bett ist zu klein. Genauso fühlt sich der arme Hamster, der zu so einem "Leben" verdammt ist. Das "Gitternagen" ist eine Verhaltensstörung, die sich in so kleinen Käfigen am Ende entwickelt.

Es gibt aber auch Käfige und Aquarien mit guten Maßen. Beispiele davon seht Ihr bei Hamsterheime.

 

Die richtige Einrichtung

Genauso wichtig wie ein großes Hamsterheim ist dessen Einrichtung. Natürliche und ungiftige Materialien aus Holz, Kork, Ton oder Keramik gehören zum Inventar und ein Laufrad ohne Verletzungsgefahren.

Als Grundlage dient die Einstreu. Diese sollte staubarm, unparfümiert und saugfähig sein. Hobelspäne (Kleintierstreu) staubt zwar etwas, ist vom Preis- Leistungsverhältnis aber unschlagbar. Solange man kein Tier mit Augen- oder Lungenproblemen hat, kann man Hobelspäne nutzen. Bei empfindlichen und langhaarigen Tieren ist Hanfstreu zu empfehlen. Diese ist staubarm und sehr gut für Allergiker geeignet. Die Saugfähigkeit ist ebenso hoch wie bei der Hobelspäne. Stroh darf nur als "Decke" zur üblichen Einstreu dienen, da es keine Feuchtigkeit aufnimmt. Von Erde, egal in welcher Form, rate ich ab. Entweder wird sie mit der Zeit sehr trocken und staubig, oder fängt in der Urinecke an zu schimmeln. Außerdem benutzen Fliegen die Erde gerne als Brutplatz, und in kurzer Zeit hat man sie schwarmweise in der Wohnung! Die Streuhöhe sollte 10 cm, an zumindest einer Stelle im Hamsterheim 20 - 30 cm Höhe betragen. Als Wühltier gräbt der Hamster sehr gerne und sollte dazu die Möglichkeit bekommen. In Käfigen bekommt man ohne komplizierten Umbau in der Regel keine solche Streuhöhe hin.

Dem Hamster heilig ist sein Nest. Ein gutes Häuschen bietet dem Hamster Schutz vor Licht und Zugluft. Der Eingang ist groß genug, dass er mit vollen Backen noch leicht hindurch kommt (Durchmesser für Zwerge = 5 cm, Goldhamster = 7 cm). Häuser mit mehreren Kammern bieten dem Hamster die Möglichkeit, eine Futterkammer und Kloecke (dafür stellt man eine dreieckige Keramikschale mit Chinchillasand in eine Kammer) einzurichten.

Das ideale Material für ein Hamsterhaus ist nicht harzendes Holz. Für Goldhamster reichen die im Handel für Goldhamster deklarierten Hütten nicht in der Größe aus, darum ist es nicht verkehrt, sich in der Abteilung für Meerschweinchen zu bedienen. Niemals darf ein Hamsterhaus aus Plastik sein! Plastik ist nicht atmungsaktiv und Kondenswasser sammelt sich im Inneren. Folgen sind Schimmel und ein kranker Hamster:

(Schimmliges Haus. Foto stammt aus einer Rettungsaktion

 Als Nistmaterial kann man unbedrucktes, und chlorfrei gebleichtes Klopapier anbieten, ebenfalls auch Heu. Die oft angebotene "Hamsterwatte" dagegen ist wegen ihrer Fäden ziehenden Eigenschaft strikt abzulehnen! Nicht nur Gliedmaße können abgeschnürt werden, sondern auch die Backentaschen verstopfen, wenn der Hamster Watte und Futter gleichzeitig transportiert.

 

 Wenn ein Hamsterheim desinfiziert werden muss, kann man sämtliche Holzteile mit heißem Wasser schrubben und im Backofen bei 100 - 150°C so lange backen, bis es trocken ist. Bakterien, Milben und Co. vertragen diese Temperaturen in der Regel nicht. Wem das zu unsicher ist, sollte die Holzteile entsorgen und neu kaufen.

Um dem enormen Bewegungsdrang des Hamsters gerecht zu werden, ist ein Laufrad unverzichtbar. Für Zwerghamster muss es einen Durchmesser von 20 cm, bei großen Zwergen und Goldhamstern 25 - 30 cm aufweisen. In kleineren Laufrädern werfen die Tiere den Kopf in den Nacken und laufen mit gebogener Wirbelsäule, was auf Dauer sehr schädlich für das Tier ist! Hier ein Beispiel für gute und schlechte Laufräder:

 
Ideale Laufradgröße (30 cm Durchmesser) zu kleines Laufrad (Screenshot von Youtube)

Ein Hamsterlaufrad muss folgende Eigenschaften mitbringen:

- dem Tier angepasste Größe

- geschlossene Lauffläche

- leichte Bauweise

- geschlossene Rückseite

- eine Aufhängung, in der er sich nirgendwo einklemmen kann

Alle Sprossen- und Metalllaufräder fallen durch, da sie nicht nur schwer zu bedienen sind, sondern auch Knochenbrüche verursachen können. Bei Rädern mit Juteband haben Hamster schon Beine verloren, weil sie sich in den Fäden des angeknabberten Bandes verfingen.

Sehr empfehlenswert sind die Laufräder der Firma Rodipet. Es werden dort Kunststoff- und Holzlaufräder angeboten, die die beschriebenen Eigenschaften erfüllen. Man bezahlt in der Regel mehr für ein sicheres Laufrad, aber man tut es für einen glücklichen und gesunden Hamster.

Neben dem Schlafhäschen gehört in das Hamsterheim zusätzlich mindestens ein Versteck. Geeignet sind Tunnel aus Kork oder Pappe, oder gebogene Weidenbrücken (bei Zwerghamstern besteht hier jedoch die Gefahr des Einklemmens mit den kleinen Füßchen).

So fühlt sich der Hamster in seinem Heim noch sicherer.

Ein Sandbad rundet die Einrichtung ab.

Sand reinigt das Fell und sorgt für Wohlbefinden. Zwerghamster kugeln sich regelrecht in ihrem Sandbad (sofern es groß genug ist), Goldhamster graben lieber darin. Der beste Sand ist geglühter Chinchillasand, da er sehr fein ist und durch die abgerundeten Körner keine Hautreizungen verursacht. Vogelsand oder Aquarienkies eignen sich nicht.

Niemals darf man den Hamster zur Reinigung mit Wasser baden! Sie sind extrem wasserscheu und erkälten sich sehr leicht. Hat der Hamster einen von Durchfall verschmierten Popo, darf man ihn nur mit einem angefeuchteten Tuch putzen.

 

Auslauf

Die meisten Hamster sind auch an der Welt außerhalb ihres Geheges interessiert und sollten daher täglich Auslauf bekommen. Leider wird das Wort "Auslauf" von manchen Haltern so missverstanden, dass sie ihre Hamster an eine Leine legen oder mit Käfigoberteil in den Garten stellen. Der Aufenthalt im Grünen ist extrem stressig für die empfindlichen Tiere und sie können sich leicht einen Schnupfen holen oder für sie giftige Pflanzen fressen!

Daher findet der Auslauf für einen Hamster ausschließlich IN der Wohnung in einem abgetrennten Bereich statt:

Der gezeigte Auslauf, mit verschiedenen Versteck- und Buddelmöglichkeiten, hat die dreifache Grundfläche des Hamsterheims. Statt der Gitterelemente kann/sollte man besser Pappelsperrholzplatten von der Größe 60 x 35, die mit Draht oder Kabelbindern verbunden werden, nutzen, da hartnäckige Ausbrecher die Gitter leicht überklettern und nicht unbeaufsichtigt bleiben dürfen. In so einem Auslauf kann sich der Hamster bewegen und beschäftigen. Es ist darauf zu achten, bei langen Aufenthalten immer Wasser und Futter hinein zu stellen und den Hamster jagende Tiere aus dem Raum zu nehmen.

 

Unsinnige Dinge für den Hamster

"Joggingbälle" sind übrigens keine Alternative zum freien Auslauf in der Wohnung, sondern Tierquälerei!

Goldhamster Dino aus dem Disneyfilm "Bolt" im Joggingball.

 Der Joggingball ist eine mit schmalen Luftschlitzen versehene Plastikkugel, die fest verschlossenen wird, solange der Hamster darin läuft. Die Grundidee ist, dass sich der Hamster ohne Gefahr frei im Wohnraum bewegen kann. Doch im Inneren der Kugel sind die Sinne des Hamsters stark eingeschränkt. Durch die Schlitze dringt zu wenig Luft und das Tier kann nicht allein entscheiden, wann es von seinem "Spaziergang" genug hat. Da Hamster auch in der Kugel instinktiv mit Kot und Urin zu markieren versuchen, laufen sie in ihren eigenen Ausscheidungen. Der wahre Grund, warum der Hamster im "Affenzahntempo" rennt, ist reine Panik, weil er den Ausgang sucht!

Beim Blick auf die Verpackung eines dieser Foltergeräte sah ich eine ähnlich klingende Warnung: "Belassen sie ihr Tier nicht länger als 30 Minuten in der Kugel und vergessen sie es nicht darin." Wäre der Joggingball harmlos und gut für das Tier, wäre diese Warnung überflüssig. 

Was Hamster auch nicht brauchen oder sinnvoll benutzen können sind Seile, Wippen, und Klettergeräte. Nylon und Sisal bergen nach dem Anknabbern die Gefahr des Strangulierens und für Klettergerüste sind Hamster zu ungeschickt. Diese gibt man besser an einen Mäusehalter.

 

 

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